Ergebnisse des Tine 2.0 „Kristina“ Usability Benchmarkings

Wir untersuchen seit vielen Jahren die Zufriedenheit der Anwender mit der Groupware Tine 2.0. Die Ergebnisse des aktuellen Benchmarkings zeugen vom Erfolg der stetigen Usability Arbeit.

Seit mehreren Jahren untersuchen wir gemeinsam mit Metaways Infosystems das Nutzererlebnis (User Experience, UX) von Tine 2.0. Mit dem von uns entwickelten Benchmarking soll zum einen die Zufriedenheit der Anwender mit dem Produkt im Allgemeinen erfasst werden. Zudem sollen aber auch Auswirkungen und Erfolg von UX relevanten Weiterentwicklungen beurteilt werden können. Wir erfragen dafür typischerweise die Zufriedenheit im Allgemeinen sowie die spezifische Einschätzung für einzelne Module.

Bei der diesjährigen Befragung haben wir eine zusätzliche Kategorie eingeführt, mit der „weiche“ Faktoren erfasst werden sollen. Damit sollen die Benutzer auch solche Aspekte einschätzen, die funktional nicht relevant sind aber oft einen hohen Beitrag zum Erleben der Software liefern. Bei diesen Fragen haben wir uns an der ISO 9241-110 orientiert. Prinzipiell wird von Software erwartet, dass zum Beispiel die Bedienung den Erwartungen der Benutzer entspricht, dass der Anwender bei (komplexen) Eingaben unterstützt wird und dass eine fehlerhafte Bedienung bei der Entwicklung bedacht wurde und daher grobe Fehler vermieden werden.

Ergebnisse

An der aktuellen Befragung nahmen 24 Anwender teil. Die Antworten belegen die kontinuierlich hohe Akzeptanz der Software: alle Werte liegen im positiven Bereich zwischen 4,02 für das CRM-Modul und 5,13 für das Adressbuch (vgl. Legende in Abbildung 1). Bei der Frage nach der Zufriedenheit im Allgemeinen konnte sogar eine leichte Steigerung gegenüber den letzten Jahren erzielt werden.

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Abbildung 1: Entwicklung der Zufriedenheit mit Tine 2.0. Die Whisker kennzeichnen das 95%-Konfidenzintervall. In der Legende sind die Mittelwerte und Abweichungen der Einzelfragen in der aktuellen Befragung angegeben.

Auch bei den Fragen nach weichen Kriterien vergeben die Anwender gute bis sehr gute Werte (Abbildung 2). Die höchsten Werte erzielt die Frage nach der „Einarbeitung in die Bedienung“ (Getting familiar), was allerdings auch dadurch zustande kommen kann, dass nur erfahrene Nutzer die Fragen beantworten. Der niedrigste Wert wird für „Schnelle Verarbeitung“ (Speed of processing) vergeben.

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Abbildung 2: Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstands hinsichtlich „weicher“, nicht-funktionaler Kriterien.

Diskussion

Tine 2.0 ist beliebt bei den Anwendern. Im Mittel werden hohe Werte für die Zufriedenheit für alle Module vergeben, sowohl in Bezug auf funktionale als auch generische Aspekte. Diese Aussage ist allerdings aufgrund der geringen Anzahl Teilnehmer nicht eindeutig. So gibt es durchaus auch einzelne negative Antworten (eher für seltener genutzte Module wie CRM). Eine fundierte Bewertung einzelner Antworten ist jedoch nicht möglich. Dazu müssen mehrere gleichartige Aussagen von den Anwendern getroffen werden, die dann in eine Abhängigkeit zu anderen Variablen gestellt werden können. Zum Beispiel muss die eine niedrige Bewertung für das CRM-Modul nicht das gesamte Konzept betreffen, sondern kann auch durch eine fehlende Funktionalität zustande kommen.

Wir werden diesen Fragen in den nächsten Untersuchungen weiter nachgehen.