KScreen: Ergebnisse der Umfrage

Wir präsentieren die Ergebnisse unserer Umfrage zu den Benutzeranforderungen an Tools zur Bildschirmeinstellung, sowie den während der Akademy 2013 durchgeführten KScreen Usability Test.

Vor kurzem haben wir eine Umfrage zur Bildschirmeinstellung durchgeführt. Um die Entwicklung von KScreen auf die Bedürfnisse der Anwender zu fokussieren wurde dabei die Platzierung von Displays erfragt, wie oft Einstellungen geändert werden, und welche Aspekte geändert werden.

Ergebnisse der Umfrage

Insgesamt haben 715 Teilnehmer die Studie begonnen, 15% haben den ersten Teil nicht beendet und weitere 10% den zweiten Teil. Nachdem auch solche Probanden aus den Rohdaten entfernt wurden, die bei keiner Frage eine Option angekreuzt hatten, bleiben 437 valide Datensätze zur weiteren Analyse.

Wie erwartet werden sowohl die Anordnung der Monitore als auch die Einstellungen der Ansicht von den meisten Benutzern eher selten verstellt. Allerdings geben 25% an, mindestens eine Option täglich zu ändern. Daher ist die Einstellung von Bildschirmen ein wichtiger Bestandteil der Systemkonfiguration und sollte sorgfältig nach Usability Gesichtspunkten evaluiert werden.

Ungefähr 75% aller Gründe für eine Änderung der Einstellungen betreffen Fehler (die Auflösung wird nicht korrekt zurück gesetzt, fehlerhafte Positionierung, falsche Erkennung). Die von den Anwendern beschriebenen Szenarien enthalten zumeist ein Notebook, das während der Arbeit mit einem externen Monitor oder einem Projektor verbunden ist, und einem anderen Monitor oder einem TV zu Hause. Die Konfiguration schlägt aus verschiedenen Gründen fehl, zum Beispiel wegen falscher Identifikationsdaten (EDID), weil die letzte Einstellungen nicht gespeichert wurde oder im Falle ungewöhnlicher Konfigurationen (siehe Abbildung 1a).

Das am häufigsten genutzte Feature ist das Ein- bzw. Ausschalten von Bildschirmen (am seltensten wird die Ausrichtung geändert). Entsprechend der Freitextantworten schalten dabei die Anwender den Zweitmonitor per Software aus, weil kein Schalter vorhanden bzw. in Reichweite ist oder weil die Positionierung von Fenster fehlerhaft ist (siehe Abbildung 1b). Die Position der Ansichten kann mit KScreen beliebig angepasst werden – sogar überlappende Bereiche sind möglich. Die meisten Anwender kennen dieses Feature nicht (oder verstehen den in der Umfrage benutzten Begriff ‚overlapping view‘ nicht). Ziemlich interessant ist die Art der Konfiguration: 50% der Anwender nutzen den ’span mode‘ (bei zwei nebeneinander platzierten SVGA-Monitoren entsteht dabei eine einzige Ansicht mit 2048×768px), der ‚multi mode‘ folgt mit etwa 35% (beide Monitore werden als einzelne Ansichten behandelt) und nur 8% geben an, die Ausgaben zu klonen (‚clone mode‘) (siehe Abbildung 1c).

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Abbildung 1: Ausgewählte Ergebnisse der Umfrage: a) Gründe für die Änderung, b) Änderung der Einstellungen und c) Art der Konfiguration.

Während der Akademy 2013 hatten wir die Möglichkeit kurze Usability-Tests durchzuführen, die die Ergebnisse bestätigen. Die wichtigsten Erkenntnis dabei sind:

  • die Bedeutung der Icons ist unklar („Was haben die vier nach innen gerichteten Pfeile zu bedeuten?“)
  • die speziellen Steuerelemente („Wieso wird die Größe des Bildschirms geändert, wenn ich die Auflösung anpasse?“) und
  • das allgemeine Layout („Wieso gibt es so viele freie Bereiche?“) wird kritisiert.

Zusammenfassung

In der Untersuchung haben wir die Anwender zu einer ganzen Reihe von Aspekte befragt, die das Management von Bildschirmen betreffen. Prinzipiell werden alle Eigenschaften zur Konfiguration gebraucht, jedoch nutzen die Anwendern manche häufiger als andere. Dies betrifft insbesondere die Aktivierung der Displays und ihre flexible Positionierung. Häufig wird ein Tool zum Management von Screens wegen Bugs benötigt. Daher sollte KScreen primär daraufhin ausgerichtet sein, nachträglichen Konfigurationen überflüssig zu machen. Natürlich sollten weiterhin alle Optionen verfügbar sein. Da sie aber eher selten genutzt werden (vorausgesetzt die Bugs werden ausgemerzt), ist Usability und insbesondere der Aspekt der Erlernbarkeit von größerer Bedeutung für das UI Design. Im folgenden Beitrag werden wir einen Vorschlag für ein Interface präsentieren, das auf diesen Erkenntnissen aufbaut und den allgemeinen Anforderungen an Software und dem Stil der KDE im Speziellen entspricht.